Playoffs: Caps doppeln nach
In einer hochspannenden Partie in der heimischen Sporthalle Moos holt die erste Mannschaft der Bern Capitals am Sonntag den zweiten Punkt im Best-of-Five gegen Unihockey Luzern. Der Publikumszuspruch und die hervorragende Stimmung zeigen, dass die Caps-Gemeinde viel Appetit auf Playoffs hat.
Nach dem Auswärtssieg der Caps in der ersten Partie der Serie in Luzern vom Samstag war man sehr gespannt, wie die Luzerner auf die Niederlage reagieren würden. Was immer sie sich vorgenommen hatten, es hielt genau drei (!) Sekunden: Unmittelbar nach dem Bully zog Marlo Misteli los und bezwang den gegnerischen Torwart. Dieser schon fast unglaubliche Blitzstart gegen einen der meistgenannten Aufstiegsanwärter sollte der Startschuss zu beeindruckenden 10 Minuten sein.
Johansson trifft (Foto: Catia Baioni, Spiel vom Samstag)
Die erste Linie erzielte in dieser Phase drei Tore (nach dem ersten Tor trafen Misteli und Miro Schwarz beide auf Pass von David Johansson), die zweite eines (der gestern abwesende Sven Kummer auf Pass von Oliver Walker). Mit einem 4:0 nach 10 Minuten hatten wohl nur die wenigsten gerechnet. Luzern hatte in dieser Phase erst noch ihre ersten zwei Linien forciert, während Raphi Kohler während der gesamten zwei ersten Dritteln drei Linien laufen liess.
Im Anschluss an diese tolle Phase der Berner stabilisierten sich die Gäste etwas und einer ihrer Finnen, Roope Kainulainen, vermochte in der 16. Minute auf 4:1 zu verkürzen.
Ruppige Gangart im zweiten Drittel
Während das erste Drittel, wie schon in Luzern, Beute der Capsler wurde, nahmen die Luzerner sich das zweite. Offenkundig hatten sie sich vorgenommen, im weiteren Verlauf der Partie die Gangart markant zu verschärfen und damit die Gegner zu frustrieren und zu reizen. Insbesondere der zweite Finne der Luzerner, Joonas Viitanen, übertrieb es mehrfach mit Fouls, die auch zu Verletzungen führen können – ungestraft.
Emanuel Ninck im Kampf an der Bande (Foto: Catia Baioni, Spiel vom Samstag)
Insgesamt war das zweite Drittel wenig erbaulich anzuschauen und lebte vom Kampf und Emotionen. Dies ging nicht zugunsten der Caps aus, welche unter anderem ein Tor knapp nach Ablauf eines Powerplays sowie durch einen Direktschuss auf Freischlag kassierten – unnötige Treffer, welche die Luzerner zurück ins Spiel brachten. In dieser Phase des Spiels fehlte ein bisschen der kühle Kopf, was im Playoff auch nicht erstaunen vermag.
Nehmerqualitäten auf Seiten der Berner
Was die Heimischen aber mittlerweile auszeichnet, ist Nehmerqualität und die Fähigkeit, auf Rückschläge zu reagieren. Unterstützt von etwa 250 lautstarken Fans machten sie sich im dritten Drittel daran, das Heft wieder in die Hand zu nehmen. Im Powerplay, das noch im zweiten Drittel begonnen hatte, erzielte Johansson auf Pass von Misteli das erneute Führungstor. Leider war damit die Messe noch nicht gelesen, denn die Luzerner machten es in einem eigenen Powerplay den Bernern nach und egalisierten erneut.
Miro Schwarz, Best Player am Sonntag (Photo: Catia Baioni, Spiel von Samstag)
Aber dieses Mal wollten Kohlers Truppe es nicht wie in Luzern auf die Overtime ankommen lassen. Im dritten Drittel auf zwei Linien reduziert drückten die Berner noch einmal aufs Gaspedal und vermochten den etwas müde gelaufenen Gegnern ihr Spiel noch einmal aufzuzwingen. Zweieinhalb Minuten vor Schluss war es dann soweit: Schwarz verwertete mit einem eleganten Drehschuss vor dem Tor einen Pass von Luca Graf. Die anschliessende Phase ohne Torwart brachte den Gästen nichts mehr ein und die Caps konnten sich vom Publikum für den zweiten Sieg feiern lassen.
Gute Einzelleistungen, Top Teameffort
Bereit (Photo: Catia Baioni)
Die ersten beiden Spiele haben gezeigt, dass die Caps bereit sind für die Herausforderung, auch wenn der Gegner ein sehr gut dotierter ist. Mit einem sehr sicheren Rückhalt durch Sven Hübscher auf der Torwartposition und vielen weiteren guten Einzelleistungen, verdienten sie sich auch beide Siege.
Die Serie geht am kommenden Samstag in Luzern weiter. Anpfiff in der Halle Utenberg wird dieses Mal schon um 16 Uhr sein. Die Caps freuen sich über die Unterstützung der Fans!