1. Liga Männer: Schmerzhafte Derbyniederlage

Das Team von Raphi Kohler erleidet im zweiten Saisonspiel eine schmerzhafte, weil unnötige Niederlage in Konolfingen. Es zeigt sich, dass die Mannschaft Zeit brauchen wird, um das zweifelsohne grosse Potenzial konstanter abrufen zu können.

Genau wie im ersten Spiel gegen Aigle gingen die Berner auch gegen den Kantonsrivalen relativ schnell deutlich in Führung. In der 12. Minute schon stand es 3:0, nach Toren von Oscar Hammarqvist, Miro Schwarz und Marlo Misteli. Die Einheimischen fanden in dieser Frühphase des Spiels kein Rezept gegen die schnellen Kombinationen der Stadtberner.

Wie gegen Aigle gab aber wieder sehr früh ein Bruch im Spiel der Caps. Dabei ging es weniger um das erste Gegentor im Powerplay (ein Eigentor), sondern eher um die serienmässigen Fehlpässe und missglückten Dribblings in der eigenen Zone. Konolfingen vermochte im ersten Drittel noch nicht wirklich zu profitieren von der Fehlerflut. Und darum konnten die Caps immerhin einen 3:1 Vorsprung in die erste Pause nehmen.

Zweites Drittel geht an die Lions

Wie schon im Wankdorf gegen Aigle ging das zweite Drittel dann eindeutig an den Gegner. Die Lions nutzten nun die Fehler der Caps aus und gewannen diese Phase mit 4:1 – nur Olle Asklöf vermochte einmal zu reüssieren (Zwischenstand 5:4 für die Lions). Mal abgesehen von den Fehlern, vermochten die Caps auch nicht wirklich den nötigen Druck aufzubauen. Man spürte förmlich, wie sich die Mannschaft immer noch am Finden ist.

Im dritten Drittel ging es dann wild her – das Drittel endete 3:3. Zuerst stellten die Lions im Powerplay auf 6:4. Dann jedoch ging ein Ruck durchs Team von Raphi Kohler, der auf zwei Linien reduziert hatte und die Caps erzielten drei Tore am Stück, um mit 7:6 in Führung zu gehen. Misteli zum zweiten, Timo Wiedmer im Powerplay sowie Asklöf ebenfalls zum zweiten waren die Torschützen.

Anschliessend war es leider wieder an den Einheimischen zu reüssieren, die dann auch gut zwei Minuten vor Schluss den Siegtreffer erzielten. Damit ging ein packendes Regio-Derby an die Einheimischen, die nun ihre ersten zwei Spiele gewonnen haben.

Es braucht Geduld und Unterstützung der Fans

In der Nachbearbeitung des Spiels wird deutlich, dass die Caps sich zu einem guten Teil selbst bezwungen haben. Es wurden sieben teilweise schön herausgespielte Tore erzielt, aber die ganze gelungene Arbeit mit unerzwungenen Fehlern zunichte gemacht. Selbstverständlich gilt es auch festzuhalten, dass die Lions im Abschluss äusserst effizient waren und mittlerweile 18 Tore erzielt haben. Der Sieg war so gesehen auch nicht gestohlen.

Wie erwartet braucht das neu zusammengestellte Team der Caps Zeit und das Umfeld Geduld. Die Mannschaft ist nach dem Umbruch im Frühjahr sehr jung – dies dient nicht als Entschuldigung, sondern ist als Erklärung gedacht. Ein Binsenwahrheit, aber 20 Prozent weniger Eigenfehler und die Caps stehen schon besser da.

Am kommenden Samstag steht das Duell mit dem Leader aus Lausanne an (Sporthalle Moos, 18:30). Und am Sonntag reist das Team zu Black Creek Schwarzenbach (Campus Perspektiven, Huttwil, 19:00). Die Caps freuen sich über die Unterstützung der Fans.