1. Liga Männer: Zweiter Platz nach zwei Siegen gegen Limmattal
Die erste Mannschaft der Bern Capitals hat am Wochenende zweimal gegen den gleichen Gegner, Unihockey Limmattal, gespielt. Aus den engen und intensiven Partien gegen den Absteiger aus der NLB resultierten zwei Siege. Nun grüsst die Mannschaft von Raphi Kohler vom zweiten Rang.
Nach einer zweiwöchigen Pause standen dem Fanionteam Männer 1. Liga am vergangenen Wochenende zwei Partien gegen den selben Gegner an. Unihockey Limmattal stieg am Ende der letzten Saison in die 1. Liga ab und ist zwar gut in die neue Saison gestartet, verlor aber jüngst gegen das Schlusslicht aus Olten. Die Caps wiederum nahmen aus den Partien gegen die Topteams aus Emme und Corcelles je eine knappe Niederlage und einen deutlichen Sieg mit in die Doppelrunde – somit war alles angerichtet für ein spannendes Wochenende zwischen zwei Teams, die sich Richtung oberes Drittel der Tabelle orientieren.
Klare Vorteile für die Caps in den ersten Dritteln
Das erste Spiel am Samstagabend in Urdorf entwickelte sich dann über 40 Minuten so gar nicht nach dem zu erwartenden Drehbuch der knappen Spiele, denn die Caps entwickelten über ihre drei Linien hinweg viel Druck auf den Gegner. War es in vergangenen Partien häufig die Linie um Center Oscar Hammarqvist, die sich Plusbilanzen erspielte, war es am Samstag an der Linie um Center Miro Schwarz, den Lead zu übernehmen. Der wieder genesene Libero Jarno Hofmann wusste der Linie viel Stabilität zu geben und darauf aufbauend konnten sich Pascal Ritter und Jaspar Bischof ganz vorne gewinnbringend ins Szene zu setzen.
Ritter war es denn auch, der in der dritten Minute das Skore eröffnete, wobei er von einem Zuspiel von Bischof profitierte. In diesem ersten Drittel liessen die Berner nichts anbrennen und hatten die Partie unter Kontrolle. Die Gastgeber konnten gar nie ihre Power ausspielen und suchten nach der für ihr Spiel nötige Intensität.
Effizientes Powerplay
Als besonders effektive Waffe der Caps in dieser Partie erwies sich zudem das Powerplay. In einem Spiel mit vielen Strafen ein Schlüsselelement, wie sich herausstellen sollte. Das zweite Tor im Startdrittel erzielte denn auch Marlo Misteli kurz vor Drittelsende und 8 Sekunden vor Ablauf der ersten Strafe der Limmattaler. Insgesamt nutzten die Caps ganze vier von sechs Powerplays in dieser Partie – ein überragender Wert, vor allem auch wenn man sich vergangene Spielzeiten vor Augen führt. Währenddessen funktionierte auch das Boxplay mehr als ordentlich, womit die Caps aus der Strafenflut ein Vorteil erwuchs.
Das zweite Drittel ging ebenfalls zugunsten der Caps aus. Zuerst verkürzten zwar die Gastgeber auf 1:2, nachher aber verbuchte Ritter (Pass: Hofmann) sein zweites Tor und Timo Wiedmer (Pass: Hammarqvist) erzielte sein obligates Powerplaytor zum 4:1.
Kein ungefährdeter Sieg
Zu Beginn des dritten Abschnittes skorte auch Olle Asklöf (Pass: Joel Bolliger) im Powerplay, womit die Caps auf einen ungefährdeten Sieg hinzusteuern schienen. Aber die Einheimischen setzten nun alles auf die Karte Emotionen, Intensität und auch Härte und puschten ihre besten Kräfte. So vermochten sie tatsächlich das Momentum auf ihre Seite zu ziehen und holten nun Tor um Tor auf. In der 54. Minute im Powerplay war es dann soweit, der Abstand war aufgeholt und die Partie konnte wieder bei null beginnen. Manch einer befürchtete wohl, dass die Caps die Partie nun nicht mehr auf ihre Seite zurückbiegen könnten – aber weit gefehlt.
Die Berner stabilisierten sich in der Folge wieder eindrücklich und die Einheimischen halfen ihren Gästen mit einer weiteren Strafe zu Beginn der Schlussminute. Und siehe da, zwölf Sekunden vor Abpfiff hämmerte Asklöf auf Zuspiel von Hammarqvist den Ball aus spitzestem Winkel in die Maschen. Die anschliessende Phase mit 6 gegen 5 brachte den Limmattalern nichts mehr ein ausser ein siebtes Gegentor – notabene das dritte des Abends von Ritter, der sich damit zum Best Player schoss.
Kampf um Platz 2
Nach dieser intensiven Partie mit vielen Strafen und Emotionen (wobei die Partie nie unfair war) konnten sich die zwei Teams nicht einmal 24 Stunden auf das Rückspiel in Bern vorbereiten – und auf diese Weise schon einmal Playoff-Luft schnuppern.
Der Sonntag versprach einen ähnlich intensiven Kampf um Punkte und aufgrund der Tabellenlage um Position 2 hinter Emme. Die 120 Zuschauer in der Wankdorf Halle mussten ihr Kommen jedenfalls nicht bereuen, soviel wurde schon früh klar. Die Limmattaler hatten sich offensichtlich vorgenommen, von Anfang mehr Druck auszuüben und wie im dritten Drittel am Samstag gezeigt den Gegner hoch anzulaufen.
Wieder Ritter als erster Torschütze
Die Caps hingegen mussten ihre Linien etwas umstellen, vermochten aber mit mehreren frischen Kräften die Ausfälle zu kompensieren. Ritter vermochte seine gute Form in einen weiteren Treffer umzumünzen und auf Pass von Timon Schmid schon in der zweiten Minute das Score zu eröffnen.
Im Anschluss war es dann an den Gästen, sich auszuzeichnen und ihrerseits zum ersten Mal an diesem Wochenende in Führung zu gehen – und zugleich einzigen Mal, sei gleich angefügt. Denn Marlo Misteli schoss sein obligates Tor in der 15. Minute zum 2:2. Das zweite Drittel wurde dann wie schon am Samstag die Beute der Berner, die drei Treffer zu erzielen vermochten und wiederum die etwas feinere Klinge führten. Miro Schwarz auf Pass von Misteli, Georg Britt sowie Wiedmer (Pass: Asklöf) machten aus dem 2:2 des ersten Drittels ein 5:4 nach zweien.
Das insgesamt sechste Drittel des Wochenendes zwischen zwei ähnlich starken Teams brachte dann vor allem Hektik, Emotionen und wenig Zusammenhängendes, was aber nicht zum Vorteil der Gäste gereichte. Letztlich mussten sich die Limmattaler bei ihrem Torwart bedanken, dass sie nicht mehr Tore erhielten. Aber auch Sven Hübscher, der nach überstandener Verletzung zum ersten Mal wieder das Tor der Caps hüten durfte, erwischte einen sehr guten Tag und erhielt dafür den Best Player-Award.
Breites Kader und ausgezeichnete Fitness
Insgesamt nahmen die Caps gegen einen ex-NLB-Verein die ganzen zur Verfügung stehenden sechs Punkte mit und etablierten sich (bei einer Partie mehr gespielt) auf dem zweiten Rang in der 1. Gruppe der 1. Liga. Ausschlaggebend war die grössere Breite des Kaders, der es den Bernern erlaubt, mit drei Linien durchzuspielen, ein Top-Duo zwischen den Pfosten, ein sehr gutes Powerplay vor allem im ersten Match sowie letztlich auch die ausgezeichnete Physis der Spieler. Die Caps mussten gefühlt weniger extrem an ihre Grenzen gehen, was sich auch in einer «ruhigeren» Bank ausdrückte – bei Limmattal war schon früh eine gewisse Unruhe zu verspüren.
Nächstes Wochenende geht es schon weiter in der Qualifikation. Die Caps spielen am Sonntag, 8. November, in der Sporthalle Moos in Gümligen gegen Züri Süd (Spielbeginn ist 18:30 Uhr). Der Gegner ist fünfter in der Liga mit genau gleich vielen Verlustpunkten wie die Caps. Diese sind gewarnt und freuen sich entsprechend auf den Support der Zuschauer.