1.Liga Männer: Der Niederlage gegen Lausanne folgt der erste Dreier
Die erste Männermannschaft der Bern Capitals hat am Wochenende das ganze Spektrum der Gefühle durchlebt. Nach einer klaren Niederlage am Samstag gegen Lausanne vor gerade mal 50 Zuschauern folgte eine genauso klarer Sieg gegen Schwarzenbach am Sonntag.
Die wenigen Zuschauer, welche sich an diesem Ferientag am Samstag im Moos verloren, wurden mit dem Gefühl in den Sonntag entlassen, die Caps seien noch nicht wirklich in der Meisterschaft angekommen. Zu fehlerhaft nach hinten und wenig zwingend im Vorwärtsspiel, verloren sie gegen einen „erwachsenen“ Gegner, schlicht, weil dieser die Fehler gnadenlos ausnutzte.
Am Sonntag, in der Abgeschiedenheit des Campus in Huttwil, bot sich dann ein komplett anderes Bild: Hier die Caps, welche Tor um Tor herauskombinierten und da ein Gegner, der aus den (viel weniger häufigen) Fehler der Caps keinen Nutzen zu ziehen vermochte. Beide Spiele endeten 3:7 aus Sicht des Heimteams – so konnten die Caps immerhin den ersten Dreier einfahren.
Zur Wahrheit gehört sicher auch, dass Lausanne mit seinen Zuzügen spielerisch ziemlich zugelegt hat und ein Anwärter auf eine Position ganz vorne ist, während Schwarzenbach ohne Ausländer und ohne herausragende Schweizer Spieler sich nach hinten orientieren wird und gegen schwächere Teams punkten muss (was die Black Creeks auch schon fleissig getan haben).
Reaktion gezeigt nach klarem Rückstand
Doch der Reihe nach: Nach der knappen und ärgerlichen, weil selbstverschuldeten Niederlage in Konolfingen starteten die Caps gegen Lausanne mit neuformierten Linien. Und zum ersten Mal in der noch jungen Spielzeit geriet das Team in Rückstand. Zwar vermochte Jarno Hofmann (Assist Oscar Hammarqvist) kurz darauf zu reagieren, danach aber lief nicht mehr viel zusammen bei den Caps. Unpräzise hinten und vorne, ohne viel Spielwitz gelang ihnen nur wenig, und die Lausanner wussten clever Nutzen zu ziehen. Nach 26 Minuten waren die Berner mit 1:6 im Rückstand ziemlich bedient. Darauf musste auch Torhüter Sven Hübscher angeschlagen vom Feld, und fortan hielt Nando Schmellentin die Stellung.
Nach diesem sehr schwierigen Beginn fing sich das Team von Raphi Kohler, reduzierte die Fehlerzahl und biss sich in das Spiel hinein. Diese Phase, auch wenn sie letztlich resultatmässig nicht wirklich gross einen Unterschied machte, war wichtig, denn sie zeigte, dass die junge Equipe nicht nur Talent sondern auch Biss hat. Timo Wiedmer vermochte im Powerplay auf Pass des Ex-Lausanners Olle Asklöf noch vor Drittelsende auf 2:6 zu verkürzen.
Im letzten Drittel verteilten die Schiedsrichter in einem durchaus nicht unfairen Spiel noch einige Strafen hüben wie drüben. Nach fast 55 Minuten schoss Georg Britt auf Pass von Asklöf das Tor zum 3:6. Danach kam die Phase der Schlussoffensive, welche die Lausanner mit einem Empty-Netter beendeten.
Die kurze Pause hat gut getan
Manchmal ist eine kurze Pause von 24 Stunden ja vielleicht auch ganz gut, denn die Spieler und auch die Trainer mussten ihren Blick schon bald aufs sonntägliche Match gegen Black Creek Schwarzenbach richten. Black Creek hatte schon am Freitag gespielt und in Olten einen 4:3 Sieg errungen. Doch das Team mit mehr Elan kam aus der Hauptstadt.
Im ersten Drittel war ein ähnlicher Fluss im Spiel zu erkennen wie in den ersten Matches und die Spieler wussten sich zu belohnen. Louis Flühmann auf Pass von Marlo Misteli, Asklöf (Assist Hammarqvist) und Wiedmer (Hammarqvist) stellten auf 0:3. Zwar liessen die Caps kurz vor Drittelsende noch einen Gegentreffer zu, aber dies sollte dem Spiel keinen Abbruch tun. Sämtliche drei Linien wirkten viel stabiler und disziplinierter als am Vortag und dies half, eine gewisse Spielfreude und Zielstrebigkeit zu entwickeln, der Black Creek nicht gewachsen war.
Im zweiten Drittel machten die Caps weiter wie im ersten und zogen auf 1:5 davon (Wiedmer, Assist Hofmann; Misteli auf Penalty). Die Einheimischen hatten zwar immer wieder ihre Möglichkeiten, konnten aber kaum etwas damit anfangen und wenn trotzdem mal ein Schuss aufs Gehäuse von Schmellentin kam, war er eine Beute des Torhüters. Ansonsten arbeiteten die Verteidigerpaare konsequent aus dem Weg, was weg musste.
Im letzten Drittel zeigte sich, wenig überraschend im zweiten Spiel in zwei Tagen, ein gewisses Nachlassen. Zuerst konnte die Kombi Asklöf-Hammarqvist noch einmal zuschlagen (1:6). Nach dem 2:6 nutzte der gut aufgelegte Marlo Misteli im Zusammenspiel mit Hammarqvist eine Strafe zum 2:7. Den Schlusspunkt setzten dann die Einheimischen mit dem 3:7 in der letzten Spielminute.
Jetzt gegen Luzern
Die Caps haben zwei sehr unterschiedliche Spiele erlebt. Neu zusammengesetzt am Samstag wirkte die Mannschaft vor allem anfänglich noch unsicher und fehlerhaft. Dies wusste der effiziente Gegner zu nutzen. Am Sonntag fanden die Caps zuerst einmal mehr Räume vor, sie arbeiteten zudem einfacher und dadurch weniger fehleranfällig und entwickelten so eine Spielkultur, die den Gegner letztlich überforderte.
Die Herausforderungen werden sicher nicht kleiner, aber mit dem ersten Dreier im Gepäck lässt es leichter arbeiten. Am kommenden Sonntag steht das Heimspiel gegen Luzern an, das im Viertelfinal der letzten Saison gegen die Caps den kürzeren gezogen hatte. Luzern hat in den ersten drei Spielen gegen Lausanne, Schwarzenbach und Emme verloren und erst am gestrigen Sonntag den ersten Sieg geholt, dann aber Mittelland gleich mit 8:0 aus der Halle gefegt. Das Spiel gegen Luzern findet am Sonntag um 16 Uhr in der Sporthalle Moos in Gümligen statt. Die Mannschaft freut sich auf Unterstützung.