1. Liga Männer: Caps überfahren den vormaligen Tabellenzweiten
Nach der knappen Niederlage gegen den Tabellenführer Emme am Samstag erhielten die Caps schon am Tag danach Gelegenheit, es gegen den Tabellenzweiten Corcelles besser zu machen. Und gleich vorneweg: es kamen gar nie Zweifel am Sieger auf.
Die Caps zeigten sich am Sonntag im zweiten Spiel der Doppelrunde von der ersten Sekunde an wach, bereit die Scharte vom Samstag auszuwetzen und zu zeigen, was in ihnen steckt. Die Trainer rotierten ein paar frische Kräfte rein, so kamen Timon Schmid, Noël Gaus sowie Pascal Ritter von Anfang an zum Zug. Zudem spielte Joel Bolliger nun hinter Marlo Misteli und Louis Flühmann, während Miro Schwarz seinerseits hinter Jaspar Bischof und Ritter die Centerposition einnahm. Um es vorwegzunehmen: die frischen Kräfte nutzten ihre Chance und der Centertausch ging ebenso voll auf.
Corcelles hat mit Farron Eliot und Antti Suoraniemi die zwei treffsichersten Spieler der Liga in ihren Reihen. Das Ziel der Caps musste es natürlich sein, dieses Duo zu neutralisieren. Gleichzeitig besitzt das Team von Raphi Kohler mit Oscar Hammarqvist, Marlo Misteli und Olle Asklöf die Nummern 4 bis 6 der Skorerliste, also gilt es, die eigenen Stärken in der Offensive zum Tragen zu bringen – was am Samstag gegen Emme nur phasenweise gelungen war.
Drei funktionierende Linien
Wenn zwei offensivstarke Teams aufeinandertreffen, kommt im ersten Drittel ein 0:0 heraus – ein Resultat, mit dem nicht unbedingt gerechnet werden konnte. Die Topskorer beider Teams vermochten sich aber nicht zu entfalten und insbesondere die Gäste hatten keine grösseren Chancen zu vermelden. Ganz anders die Caps, welche zwar auch nicht übermässig viele, dafür aber sauber erarbeitete Chancen verzeichneten, die allesamt vergeben wurden. Schon nach dem ersten Drittel durften die Zuschauer konstatieren, dass erstens alle drei Linien der Caps funktionierten und zweitens das Team einen sehr guten Tag eingezogen hatte.
War das erste Drittel gut, kam es im zweiten viel besser. Die Caps lieferten ab. Das erste Tor erzielten sie im Powerplay, welches sich immer mehr zu einer Waffe dieser Mannschaft entwickelt. Kurz vor Ablauf einer Strafe gegen Eliot netzte Timo Wiedmer auf einen brillanten Pass von Asklöf ein. Anschliessend zeigten Schwarz und Bischof innerhalb von zwei Spielminuten, was in ihnen steckt. Zuerst erzielte Bischof auf Zuspiel von Schwarz sein erstes Tor in den Farben der Caps – nachdem er sich im ersten Drittel vor dem Tor noch schwergetan hatte. Anschliessend legte er seinerseits auf für seinen Center – schon stand es 3:0. Und es sollte noch besser kommen, Flühmann kombinierte sich mit Gaus zum 4:0.
Torhüter in Topform
Mit diesem 4:0 ging es in die zweite Pause, im Wissen, dass dem Team ein sehr gutes Drittel gelungen war. Vorne über drei Linien hinweg produktiv und voller Spielfreude, hinten äusserst kompakt, mit einem Torhüter Nando Schmellentin in bestechender Form (und nachmalig zum Best Player gekürt). Und interessanterweise kamen drei der vier Treffer von den Linien um die Center Schwarz und Bolliger – die Linie Hammarqvist war gar noch nicht so richtig ins Rollen gekommen.
Auch im dritten Drittel änderte sich nichts fundamental am Spiel – die Caps dominierten und zogen noch weiter davon. Zuerst schnürte Bischof seinen Doppelpack (auf Pass von Ritter), dann machte das Powerplay den zweiten Treffer (Hammarqvist auf Pass von Asklöf).
Nach dem 6:0 nahmen die Gäste ihren grundsätzlich gut haltenden Torhüter aus dem Spiel und setzten alles auf eine Karte. Tatsächlich entwischte Eliot nach 52 Minuten seinem Bewacher und erzielte den ersten Treffer für Corcelles. Kurz darauf übertrieb es aber einer der Spieler mit der Härte zum wiederholten Mal. Zwar reichte es wegen vier Sekunden nicht zum dritten Powerplaytor, aber die Messe war trotzdem gelesen, nachdem Misteli einen Pass von Hammarqvist zum 7:1 verwertete.
Corcelles versuchte es zwar nochmal mit sechs Feldspielern, aber Misteli auf Pass von Schmid legte gleich noch einen obendrauf. Den Schlusspunkt unter die Offensivbemühungen der Caps setzte noch einmal Wiedmer (Pass Hammarqvist). Beim 9:1 blieb es knapp nicht, denn Eliot netzte im Powerplay noch einmal kurz vor Schluss ein.
Hinten kämpferisch und solid, vorne in Spiellaune
Das Spiel gegen den Tabellenzweiten zeigte, wie eng die Liga an der Spitze ist. Knappe Niederlagen gegen Emme und Konolfingen, eine klare Niederlage gegen Lausanne sowie ein noch klarerer Sieg gegen Corcelles beweisen, dass die Caps Teil dieser breiten Spitze sind. Dass die Caps viele Chancen herauskombinieren und diese auch verwerten können, haben sie gezeigt. Zudem sind die Torschützen verteilt auf mittlerweile alle Linien. Am Sonntag kam noch eine richtig bissige und um jeden Ball kämpfende Defensive dazu, die keine Gelegenheit ausliess, um die Stürmer in Abschlusspositionen zu bringen.
In der kommenden Doppelrunde gegen Unihockey Limmattal, das neu auf Tabellenrang 2 steht, können die Hauptstädter zeigen, dass sie stabiler werden und für jeden Gegner unangenehm zu bespielen sind. Das erste Spiel findet am Samstag, 31. Oktober in der Zentrumshalle in Urdorf statt (Spielbeginn ist 19 Uhr). Das Rückspiel findet am Sonntag, 1. November wiederum in der Sporthalle Wankdorf statt (Spielbeginn 18:30 Uhr).
Am Sonntag werden auch die Frauen der 2. Liga Grossfeld ihre ersten Heimspiele im Wankdorf austragen. Spielbeginn ist um 13:40 Uhr gegen Aergera Giffers und um 16:25 Uhr gegen UHC La Chaux-de-Fonds. Ein Besuch lohnt sich also doppelt!