1. Liga: Gegen den Leader nahe am Punktgewinn
Gegen den meistgenannten und selbsternannten Aufstiegsfavoriten schnuppern die Bern Capitals am Samstag bis zur Schlusssirene an einem Punktgewinn. Am Ende fehlt die nötige Konstanz über alle drei Linien, um dem Tabellenführer ein Bein zu stellen.
Die Bern Capitals starteten konzentriert und kontrolliert in eine Begegnung, die einiges an Brisanz versprach. Schliesslich stand mit dem Duell gegen Unihockey Emme auch ein Berner Derby auf dem Programm. Von der erwarteten Derby-Atmosphäre war auf dem Spielfeld zunächst allerdings wenig zu spüren. Beide Teams agierten diszipliniert, legten grossen Wert auf Ballkontrolle und waren darauf bedacht, dem Gegner möglichst wenige Torchancen zuzugestehen.
Zwar brachte Asklöf die Hausherren nach einer einstudierten Freischlagvariante früh in Führung, danach neutralisierten sich die beiden Mannschaften jedoch über weite Strecken. Erst ein Doppelschlag der Emmentaler brachte wieder Leben in die von über 160 Zuschauerinnen und Zuschauern besetzte Wankdorfhalle. Die Antwort der Capitals liess nicht lange auf sich warten: Ein herrlich vorgetragener Angriff über das schwedische Duo Asklöf/Hammarqvist sorgte für den verdienten 2:2-Pausenstand.
Im Mittelabschnitt schienen sich die beiden Teams noch besser aufeinander eingestellt zu haben. Zwar konnten die Gäste ihre Ballbesitzanteile leicht erhöhen, die wenigen, dafür umso besseren Torchancen gehörten jedoch den Capitals. Eine davon nutzte Flühmann nach einer sehenswerten Einzelaktion zur erneuten Führung. Diese hatte allerdings nicht lange Bestand. Nach einem Eckfreischlag gelang den Emmentalern der abermalige Ausgleich.
Entschlossen gegen Niederlage gekämpft
Im Schlussabschnitt wurde rasch deutlich, dass der nächste Treffer womöglich vorentscheidenden Charakter haben könnte. Es dauerte bis zur 47. Minute, ehe ein Gegentor der Marke «Murphy’s Law» die Partie in eine andere Richtung lenkte. Ein Abschluss, der wohl eher im Seitenaus als auch nur annähernd auf dem Tor gelandet wäre, fand via Schaufelspitze eines Verteidigers den Weg ins Caps-Gehäuse.
Noch mit dem unglücklichen Gegentreffer beschäftigt, liefen die Hauptstädter nur wenige Sekunden nach dem anschliessenden Bully in einen Konter, den Mosimann sehenswert vollendete. Und als wäre das nicht genug, kam zum fehlenden Wettkampfglück auch noch eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung hinzu. Eine starke Abwehraktion Asklöfs wurde fälschlicherweise als Bodenspiel taxiert. Das daraus resultierende Powerplay nutzte Emme zur vermeintlichen Vorentscheidung.
Doch die Capitals gaben sich keineswegs geschlagen. Mit letzter Entschlossenheit warfen die Berner nochmals alles nach vorne und belohnten sich mit einem Doppelschlag innert 90 Sekunden. Zunächst traf Flühmann nach Vorarbeit von Misteli, ehe Verteidiger Jost mit seinem ersten Treffer im Caps-Dress die Hoffnung und die Stimmung ins Wankdorf zurückbrachte.
Teil der Spitze
Mehr als sieben Minuten verblieben den Hausherren zu diesem Zeitpunkt, um sich zumindest einen Punkt zu sichern. Die Möglichkeiten dazu waren durchaus vorhanden. Trotz hochkarätiger Chancen, darunter auch ein Aluminiumtreffer, wollte der Ausgleich jedoch nicht mehr gelingen. Am Ende setzte sich die abgeklärtere und an diesem Abend wohl auch etwas glücklichere Mannschaft durch.
Die Erkenntnis bleibt: Die Bern Capitals können mit den Spitzenteams der Liga mithalten. Um gegen diese Gegner auch Punkte mitzunehmen, braucht es allerdings mehr als eine solide Leistung. Insbesondere die Konstanz über alle drei Linien und die Konsequenz in den entscheidenden Momenten müssen weiter verbessert werden.