Die Playoffs stehen fest
Die erste Mannschaft der Bern Capitals kann die Playoffs vorbereiten. Nach dem – eher mühevollen – Sieg gegen den Tabellenletzten Einhorn Hünenberg steht die Teilnahme an den Playoffs fest. Die Doppelrunde vom vergangenen Wochenende zeigte im Spiel der Caps viel Licht und Schatten.
Spiel gegen Lok Reinach
Im ersten Spiel am Samstag auswärts gegen den Leader aus Reinach vermochten die Caps den Coup aus dem Hinspiel nicht zu wiederholen. In einem von hoher Intensität geprägten Spiel bewegten sich die Caps aber einmal mehr auf Augenhöhe mit Lok. Das Team von Headcoach Raphi Kohler wird zwar enttäuscht über die Niederlage, aber letztlich im Bewusstsein aus dem Spiel gehen, dass der Leader nicht nur einmal schlagbar war.
Los ging das Spiel mit einem Tor der Einheimischen, die sich etwas zu locker durch die Mannschaft der Berner kombinierten. Das Tor in der ersten Minute schien aber den Gästen ein Weckruf. Jedenfalls schlugen die Caps in der neunten und zehnten Minute zurück und gingen ihrerseits in Führung. Das erste Tor durch Miro Schwarz folgte auf eine sehr gelungene und vor allem schnelle Kombination via David Johansson und Marlo Misteli. Das zweite war ein Produkt der dritten Linie und ein Schuss von Pascal Ritter. An diesem Treffer trug der ansonsten sehr gute Torhüter der Reinacher auch einen Anteil, hatte er doch freie Sicht.
Leider nahm Misteli in der Minute 10 die erste von einigen Strafen gegen die Caps und diese nutzten die Reinacher dann auch prompt aus. Aber auf diesen Ausgleich wussten die Caps zu antworten. Jascha Blaser traf herrlich auf Pass von Captain Oli Walker.
Im zweiten Drittel setzten die Einheimischen ihre Linien anders ein, was dem Spiel der Caps nicht zuträglich war. Schon in der 22. Minute vermochte Lok den Ausgleich zu erzielen. Danach waren beide Teams nahe dran an weiteren Toren, aber auch vier Powerplays änderte nichts mehr am Resultat bis zur zweiten Drittelspause.
Im dritten Drittel ging zuerst die Strafenorgie weiter (für ein alles in allem faires Spiel doch eher unnötig), bevor die Reinacher drei Tore schossen und auf 6:3 davonzogen. Es muss den Caps aber zu Gute gehalten werden, dass sie sich aus diesem Tief herauszuarbeiten vermochten und letztlich mit einer 5:7 Niederlage durch den Schnee nach Hause fuhren (das fünfte erzielte David Johansson auf Pass von Misteli).

David Johansson bei einem seiner vielen Abschlüsse (Photo: Catia Baioni)
Das Powerplay ist im Rückblick eine der Schwachstellen im Spiel der Caps. Zwar vermochten sich die Spieler relativ schnell in Position zu bringen, aber zwingende Chancen wurden nicht viele herausgespielt. Das Tor in der 55. Minute durch Luca Graf (Assist Misteli, Tor zum 4:6) war eher die Ausnahme der Regel. Zudem erzielten die Reinacher nicht nur ein eigenes Powerplaytor, sondern eben auch noch eines in Unterzahl (zum 4:3).

Maximilian Hegg im Infight (Photo: Maximilian Hegg)
Insgesamt war das Duell ein spannendes, weil von zwei Teams, die Wert auf spielerisches Unihockey legen und gleichwohl geprägt von sehr hoher Intensität. Wie von Raphi Kohler gewünscht präsentierten sich die Caps als «eckliger» Gegner, ein Team, gegen das es unangenehm zu spielen ist.

Jarno Hofmann: Inbegriff des «eckligen» Gegners (Photo: Catia Baioni)
Die Einheimischen vermochten die Caps relativ gut an der Auslösung zu hindern, indem sie die Seiten zustellten. Ihr sehr zügiges Umschaltspiel stellte vor allem in der ersten Hälfte der Partie ein Problem für die Berner dar. Torhüter Sven Hübscher konnte sich jedenfalls nicht über mangelnde Arbeit beklagen. Die Caps wiederum stellten die Reinacher mit einem aggressiven Forechecking vor Probleme und auch deren Torwart konnte sich sehr oft auszeichnen und erhielt den Best Player-Award (bei den Caps fiel die Ehre Misteli zu).
Zu erwähnen bleibt noch, dass Timo Wiedmer zum ersten Mal nach seiner Verletzung wieder im Matchdress auf der Bank sass. Zudem durfte mit Yann Huber (Torhüter) ein weiterer U21-Spieler 1. Liga-Luft schnuppern.

Sven Hübscher in Action (Photo: Catia Baioni)
Spiel gegen Einhorn Hünenberg
Die Spiele gegen vermeintlich schwächere Teams haben die Caps nicht so gerne. Einmal mehr machten die Mannen von Raphi Kohler mehr draus als nötig. In der vierten Minute und nach zwei Toren von Georg Britt war das Spiel eigentlich in richtigen Bahnen, aber eben, einfach soll es nicht sein. Der Gegner, mit gerade einmal einem Zehntel des Punktetotals der Caps, vermochte jedenfalls zurückzukommen. Nach je einem Powerplay-Toren (bei den Caps traf Johansson auf Pass von Misteli) folgten noch je ein Tor, wobei Captain Oliver Walker auf Pass von Jarno Hofmann zum Pausenresultat von 4:2 einnetzte.

Marlo Misteli entwischt dem Gegner (Photo: Catia Baioni)
Wer gehofft hatte, dass damit das Spiel vorentschieden wäre, sah sich getäuscht, folgte doch ein ausgesprochen bescheidenes zweites Drittel. So stand es bei Spielmitte plötzlich 4:4 unentschieden, was angesichts der beiden Kader höchst unerfreulich war. Jedenfalls erlaubten die Caps den Gegnern zu oft einfache Spielzüge vor dem eigenen Tor. Zwar vermochte Hegg auf Pass von Dähler die Führung wiederherzustellen, aber das zweite Drittel war zu wenig.
Dies war auch dem Trainerteam nicht verborgen geblieben, das fortan auf zwei Linien ging. Nun war Schwarz wieder in der ersten Linie, die damit wieder in der gewohnten Zusammensetzung spielte. Im dritten Drittel schossen die Gäste zwar noch einmal zwei Tore, aber die Caps liessen doch nie mehr ein Zweifel am Sieger aufkommen – der Druck wurde zeitweise sehr intensiv. Misteli, Johansson, Blaser und Britt (mit seinem dritten auf Penalty – er war der Best Player auf Seiten der Caps) stellten das Resultat auf 9:4 und sorgten damit für ein standesgemässes Resultat. Leider vermochten die Gäste noch mit zwei Toren im Spiel ohne Torhüter auf 9:6 aufzuholen, aber der Sieger stand fest.

Georg Britt freut sich über Hattrick (Photo: Catia Baioni)
Mit dem Sieg steht mittlerweile auch die Playoff-Qualifikation fest. Der Gegner hingegen ist noch offen. Fest steht, dass die Caps lieber gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte spielen als gegen vermeintlich schwächere Vereine wie Hünenberg. Zwar schlugen sie die Einhörner zweimal klar, aber beides mal machten sie sich das Leben schwer.